Legasthenie

Die Legasthenie wird als eine Teilleistungsstörung verstanden, die Auswirkungen auf den Erwerb der Lese- und Rechtschreibfertigkeit hat. Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störung sind nicht dumm, sondern haben meist normale bis überdurchschnittliche Intelligenz! Den Betroffenen gelingt es nur sehr mühsam, die Schriftsprache zu erlernen und anzuwenden. Häufig kommen Verhaltensauffälligkeiten hinzu, wenn die Schwächen nicht rechtzeitig erkannt und therapiert bzw. kompensiert werden.

Bei den Lese-Rechtschreibschwierigkeiten wird allgemein und im zunehmenden Sprachgebrauch unterschieden zwischen
- Lese-Rechtschreibstörung (= Legasthenie) als anhaltende schwerwiegende und z.T. erblich bedingte Störung: derzeit leiden etwa 5-7% der Kinder und Jugendlichen darunter (Tendenz steigend!),  Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.
- Lese-Rechtschreibschwäche als eher vorübergehende schwächere Leistung im Lesen und/oder Schreiben. Derzeit sind etwa 10-14% aller Kinder betroffen (auch hier etwa 2/3 davon Jungen).

Ich bevorzuge den Begriff “Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten” (auch mit Verwendung der Abkürzung LRS), da die Grenzen zwischen Störung und Schwäche nicht immer erkennbar sind oder erkannt werden bzw. eben von vielen Faktoren und vor allem von den Folgeproblemen beeinflusst werden können (Selbstwertverlust, psychosomatische Beschwerden, Konzentrationsprobleme).

Kinder, die noch keine allzu gravierenden Lese-Rechtschreibdefizite aufweisen, können in Gruppen gefördert werden (teilweise in den Schulen z.B. mit LRS-Training mit Gustav Giraffe durchgeführt). Jedoch ist auch hier zu beachten, dass fast jedes Kind andere Ansätze der Förderung benötigt! Daher sollte die Einzelförderung, insbesondere wenn bereits stärkere Defizite in der Lese- und/oder Schreibleistung erkennbar sind, angestrebt werden, vor allem um erneute Misserfolge und Sekundärprobleme zu vermeiden.